Weiche Männer kaufen Haustiere

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Wir laufen: Richard, Klaus und ich. Die Grundstrecke ist immer gleich, mal laufen wir schneller, mal langsamer, je nach Wetter, Kreisläufen, Trainingszuständen, so Sachen. Am Ende wird einer der Männer ein Haustier besitzen. Aber im Moment sind nur ab und … Weiterlesen

Wie aus Kinder-Knete vegetarische Wurst wird

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Gestern aß ich zum ersten Mal vegetarische Wurst. Ich musst mich zwar zusammen nehmen um das zu tun, und es war sicher hilfreich, dass der Hersteller ein traditioneller Wursthersteller ist, Rügenwalder, und kein Berliner Start-up. Was kente damit zu tun … Weiterlesen

Wie Kai Pflaume mir das Laufen vermieste

Heute habe ich eine App herunter geladen. Das war nicht gut, wie ich später merkte.

Die Geschichte beginnt natürlich viel früher. Etwa vor fünf oder sechs Jahren, als Nic mich aufforderte zwang  einlud mit ihm zu laufen. Nic war damals schon ein erfahrener, ein ambitionierter Läufer. Ich nicht (Wie es mir geht kannst du hier nachlesen). Aber ich schaffte es am Ende – nach Jahren des Trainings-  etwa zwei Mal die Woche gemeinsam mit dem Team 9000 Meter zu laufen. In einer Stunde. Als Ü50. Alleine seltener, aber im Team gut. Manchmal sogar weiter, „….bis zur Brücke!“, wie Teamleader gern vorschlägt. Ich weiß, dass – schaffe ich das eines Tages – der nächste Satz sein wird: „Auf! Ans andere Ufer!‘ Weiterlesen

Männerfilme statt zuckerrosa Romantik

Wir sitzen vor unseren Kameras: Jeder für sich, alle gemeinsam. Vor mir das Bier. Ohne geht’s nicht, wenn ich mich mit den Jungs treffe, egal ob in der Zünftigen Wirtin oder Online.

Wir sitzen da nun also in kleinen Abstellkämmerchen, Küchen, Abseiten, wo auch immer unsere Familien uns einen Platz zugewiesen haben, der gerade noch vom Router bestrahlt wird. Weiterlesen

Sport ist nix für Männer – „…und bestellt noch Bier.“

Wir sitzen in der Zünftigen Wirtin.

Wir sitzen da so oft es unsere Familien, die Arbeit, das Geld zu lassen. Diese kleinen Pubs sind doch irgendwie das Refugium für Männer, die letzte Stelle, an der Männer unter sich sein können, vorwurfsfrei schweigen, wirklich wichtige Themen besprechen und künftige Raumschiff- Antriebstechniken diskutieren können. Oder auch in angemessene, reflektierte Selbstkritik verfallen.

„Ich müsste mal Sport machen“, sagt Richard. Der Tonfall ähnelt dem eines Mannes in der Hängematte auf Haiti, dem von einer jungen Eingeborenen frische Luft zugewedelt wird, der einen Cocktail gereicht bekommt, und der meint: ‚Ich  … müsste  — mal in meinen Mails schauen. Müsste …‘ Weiterlesen

Das Kind ist krank – Väter haben immer eine hilfreiche Diagnose zur Hand

Wir sitzen in der Zünftigen Wirtin, Richard, Andreas, Nic, Martin, der eine länger, der andere kürzer. Am kürzesten sicher Martin. Er hetzt rein, bestellt Bier, zückt das Handy, und bittet um Hilfe. Er braucht einen Orthopäden, schleunigst, sein Kind… leide immens. Die Sprechstunden-Hilfe bei seinem bisherigen Orthopäden hatte ihm einen Termin am Donnerstag in drei Wochen angeboten, nach dem er den Vormittagstermin heute ausgeschlagen hatte.

„Ich habe extra, ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es Eva Maria wirklich schlecht geht,“ beschwert sich Martin.

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Väter KÖNNEN ihr Kinder nicht richtig anziehen

Ich treffe Klaus.

Zufällig. Beim Einkaufen, sein jüngerer Sohn begleitet ihn. Hübsch warm eingepackt trottet er hinter seinem Vater her. Klaus ist über 50 sieht aber aus wie über 40. Gepflegt, seine grüne Army-Jacke harmoniert gut mit seinem schwarzen Pulli, Jeans, bequeme gute Schuhe. Gutes Outfit fürs Einkaufen, der Jahreszeit angemessen.

Wir wechseln ein paar Worte, bevor ich seinen Sohn näher betrachte, und denke, der ist aber echt eingepackt. Das sage ich dann auch:

„Klaus, Dein Sohn ist ganz schön eingepackt.“ Es ist einer der frühen Mai-Tage, morgens noch frisch, aber dann kommt die Sonne, es wird warm. Im Edeka sowieso. Würden die zwei Semmeln holen, ich verstünde es. Aber es ist irgendwo zwischen 10 und 11 Uhr, es wird immer wärmer, zumindest in der Sonne.

„Hmmm,“ sagt Klaus, zuckt mit den Schultern, schaut verzweifelt und spricht stockend weiter: „Die Mutter, ….  sie wollte es so,  ….ich ..  ich kann die Kinder …. nicht richtig anziehen.“ Weiterlesen

So ein Kindergeburtstag ist kein Kindergeburtstag

Wir sitzen in der Zünftigen Wirtin. Martin, Nic, Richard, Andreas, wer eben so kommt von den Vätern, sich eben mal frei machen kann oder muss von den Familienverpflichtungen, Richard schaut heute etwas griesgrämig, irgendwie hat er schlechte Laune.

Nic dagegen ist freudig, erregt geradezu: „Wirtin!“, ruft er: „Du hast doch heute Geburtstag? Gibt’s du einen aus?“ Die Wirtin, unschätzbar im Alter, sie könnte gut gehaltene 75, aber auch verlebte 45 sein. Jedenfalls war sie schon immer da. Schon immer. Möglicherweise sogar 1921. Zum Beispiel. Ich habe den Verdacht, dass die Kneipen-Luft konserviert; als noch geraucht werden durfte, noch besser. Draußen kommt zu viel Sauerstoff an die Haut, das ist nicht gut. Die Kippe, sie fehlt jetzt auch in Wirtins faltigem Mundwinkel. Weiterlesen

Die grausame Schnarcheritis

Wir sitzen in der Zünftigen Wirtin und sprechen über die Bierpreise auf der kommenden Wiesn. Die meisten anderen Themen waren von der Tagesordnung verbannt. Wer will sich am Abend über Trump oder Johnson oder Putin oder den Klimawandel oder den Nicht-Rücktritt von Scheuer oder den Wertverlust des Audi-Diesels oder den Nachbarschaftsstreit oder sonst was unterhalten? Das treibt nur den Blutdruck hoch und lässt nicht schlafen.

„Ihn hier schon!“, meint Richard. Der Kopf des Mannes neben uns kippt immer wieder nach vorne, droht das Bier Glas umzuwerfen; diese Desaster verhindert zwar stets Thomas („Um Gottes Willen, das Bier!“). Aber es ist kein Dauerzustand. Ich stupse den Mann an: „Aufwachen, du bist in unserer Kneipe!“ Weiterlesen