Lieber über Corona reden …

Wir sitzen vor unseren Kameras, Klaus, Christian, ich.  Wir kennen und lange, wohnen inzwischen mit unseren Familien verstreut im Lande, einer sogar in … Thüringen. Dank Corona haben wir nun also diese Kamera-Dings gefunden und treffen uns ab und an vor der Kamera, wir haben ja nicht viel zu tun am Abend. Wenn es soweit ist verschickt Klaus einen Bierfilzl, also Bierdeckel, mit einem Termin mit der Post: Das klappt meistens, es ist Abends im Moment nicht so viel los.  Das ist nett, uns öfter zu sehen und zu reden, als in der Zeit vor dieser Pest. Es ist nicht alles schlecht in Corona.

Es dauert ungefähr das erste Bier bis wir unseren Frust über den Impf-Fortschritt, die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung, die Belegung der Krankhäuser und den Umgang mit Leugnern durchdiskutiert haben. Einer hat immer etwas zu berichten, was die anderen noch nicht wussten und noch schlimmer scheint, als alles bisher Dagewesene.

Dann reicht es uns, dass, worüber wir uns tagsüber ärgern, auch abends durchzukauen. Irgendwann ist dann auch Schluß.

Es ist ein Moment der Stille, der folgt, und der vor der Kamera lauter wirkt, als er in jeder Kneipe gewirkt hätte. In der wir uns allerdings kaum treffen, weil ja jeder inzwischen irgendwo wohnt.

Alle nehmen einen Schluck Bier. Oder zwei.

„Wisst ihr“, setzt Klaus wieder an, „das Coronazeug, das macht mir wenig Sorgen.“

Das erstaunt nach der fast einstündigen Vorrede.

„Das mit dem Corona, das bekommen wir in den Griff, in den nächsten Wochen und Monaten.“ Klaus ist dann doch zuversichtlich, wie wir alle, eigentlich, im Grunde.

„Was mir Sorgen macht, ist …“

 Rhetorischer Schluck Bier.

„Was mir Sorgen macht ist die Umweltverschmutzung, die abgeschmolzenen Polkappen, die Verseuchung der Böden und des Grundwassers mit Dünge-Chemikalien und Plastik, das Co2, die wegen des Klimawandels einsetzen Menschenwanderung zu uns, … all das. Und auf all das haben wir keine Antwort, im Gegenteil. Was soll ich meinem Sohn sagen? Heute? Und morgen?“

Rhetorischer Schluck Bier.

Christian fragt: „Können wir wieder über Corona reden?“  

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