Seltene Krankheiten: Die Stinknase im Weltall

Wir sitzen ja jetzt öfter zusammen, zwanglos, und reden. Natürlich unter Aufsicht des Mannes vom VDK, der ein bisschen die Gespräche moderiert, Verträge anbietet, Diskussionen in Bahnen lenkt, ab und zu vorschlägt evtl. Untergruppen zu bilden. So Gruppen wo man sich dann über sein eigenes Krankheitsbild austauschen kann. Kaputte Knie, Schlaganfälle, auftretenden Gendefekte, Hörgeräte, Beipackzettel, in denen Minimum drei Mal das Wort Tod vorkommt; üble Abzesse, Augenschnitte, Herzschrittmacher. So Sachen eben, was man so hat um die 50.

Los ging das ja schon mit knapp über 30, als wir zum ersten Mal einen Abend im Freundeskreis nur mit Krankheiten füllen konnten.

Das war schön.

Dann kamen die Kinder, die die Gespräche vorgaben, Windelgrößen, Kindergarten-Skandale („Stell Dir vor, die helfen nicht beim Mittags-Zähneputzen mittags!“), Meine-kann-schon…-Sätzen folgten Ach-meiner-schon lange-Antworten.

Das war auch schön.

Jetzt sind die Kinder abgenutzt (also so als Thema), die meisten Ereignisse werden peinlich totgeschwiegen – zumindest von den dazugehörigen Eltern („Haste gehört? Der Dings von denen Gegenüber war beim G20-Gipfel ganz vorne im Schwarzen Block.“ „Neiiiin?!“ Oder: „Der Beni muss jetzt runter vom Gymnasium…“. „Ogott, der Vater war doch so stolz auf das Latein als erste Fremdsprache! Der Arme.“), da kommen die Krankheiten wieder. Und wie! Inzwischen gibt es wirklich spektakuläre Operationen, Symptome, Krankenhausaufenthalte – in der Gruppe wird sogar schon über Sterbehilfe diskutiert. Deshalb haben wir uns ja den freundlichen Herren vom VDK dazu geholt.

Eine der interessantesten Krankheiten fand ich ja nun die Stinknase. Bei der löst sich irgendwie die Schleimhaut in der Nase von der Nase ab. Das stinkt offenbar. Das merkt aber der Stinknasen-Inhaber nicht, weil sich die fürs Riechen zuständige Schleimhaut eben von der Nase löst, und damit löst sich auch die Riechkraft. Da dürfte Axelschweiss-Geruch easy dagegen sein, dem Kollegen im Büro stellen sie dann ja gerne ein Deo auf den Schreibtisch. Was aber legt man dem Stinknasen-Inhaber hin? Eine Packung Taschentücher?

Möglicherweise sind Astronauten für die Stinknase besonders anfällig. Jedenfalls soll es auf der ISS stinken wie Sau. Das steht natürlich nirgends geschrieben, logo. Das sieht man den Astronauten bei den Übertragungen auch nicht an. Die freuen sich immer total. Demnach riechen sie es nicht.  Also: Stinken plus kein Reaktion ist gleich Stinknase.

Dass es auf der ISS stinkt,  ist plausibel finde ich: Da hat seit ziemlich genau 20 Jahren keiner gelüftet. Dafür pupsen und rülpsen seit eben dieser Zeit vor allem Männer vor sich hin. 20 Jahre! Das müssen hunderte Männer gewesen sein.

In der ISS jagen 20 Jahre alten Astronauten-Pupse um die Erde.

Gerüche scheinen irgendwie mit dem All verbunden zu sein – obwohl ich in der einschlägigen Literatur oder in Doku-Serien wie Enterprise keinerlei Hinweise darauf gefunden habe. Die Raumfahrer Nation Thailand jedenfalls schickte nun die Stinkfrucht ins All. Angeblich sollte damit irgendetwas biologisches in der Schwerelosigkeit untersucht werden. Das glaube wer will. Denn steckte tatsächlich nur ein Versuch hinter diesem Ansinnen, warum nahmen die Thais keine Kokosnuss? Oder Banane? Oder irgendeine der vielen anderen Tausend Früchte oder gar Gemüse, die es auf der Welt gibt?  Nein, es war einen Stinkfrucht, deren Transport sonst etwa in Flugzeugen verboten ist. Nur in Kampflugzeugen soll es vereinzelt gelungen sein, Stinkfrüchte zu transportieren. Seit die Thais das hinbekommen haben wurde Thailand nicht mehr angegriffen. Da deutet daraufhin, dass die Thais jetzt nach dem All greifen. Vor Trumps Weltraumpolizei.

Haja. Zu den nicht-zu erzählenden-Geschichten gehört ja auch jene, als Tarzanstochter eine Banane in die Bodentasche des Rucksacks steckte.  Nach einigen Wochen fielen uns die ungewöhnlich vielen Fruchtfliegen in der Wohnung auf, später auch ein Geruch im Schuhschrank, in dem auch der Rucksack aufbewahrt wurde. Allerdings erinnerte der Geruch anfangs durchaus an gerne getragene Kinderschuhe, und die Bodentasche de Rucksacks fristete bisher ein eher geheimes Dasein.  Daher dauert die Identifikation der Quelle einige weitere Tage.  Die braune Masse identifizierten wir nur noch an Hand des Strunks als Banane. Gerochen haben wir es alle, und können also über die Stinknase nur vom Hörensagen des VDK-Abend berichten.

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