Tür zu – Kind weg: Vaterns Verblüffung!

Ein großer Schritt im Leben eines Vaters ist es, wenn das Kind eines Tages mitteilt, dass es fortan allein zur Schule zu gehen gedenkt, die Türe vor Vatters verblüffter Nase schließt und weg ist.

Das war schon en Nummer.

Nun ist die Schule nur ein paar Schritte, und des Tarzanstochter Wunsch angemessen, angebracht und alles und so.

Aber…

wenns dann soweit ist, und Du stehts vor verschlossener Tür (innen) und du merkst, dass die Zeit (ungefähr … ein paar Jahre … immerhin) , wo du JE-DEN Morgen das Kind zur Tagesmutter, in den Kindergarten oder eben in die erste Klasse gebracht hast, unwiederbringlich vorbei ist. Übrigens auch die Zeit, wo ich mit den Jungs morgens in der Ubahn fuhr: Bisher trafen wir uns immer im letzten Wagen, um 7.58 Uhr. Haben wichtige Dinge bebrummelt, Fußballkarten getauscht, so Sachen eben, was Männer so machen, morgens um 7.58 Uhr, etwa auf die Frau achten, die sich morgens immer die Augen tuscht, oder Wimpern füllt, oder was das auch immer sein mag. Auf alle Fälle dachte ich immer, dafür brauche frau ne ruhige Hand. Diese machts aber immer in der ruckelnden Ubahn. Wobei ich noch nie genau geguckt hab, obs denn auch wirklich ordentlich geworden ist.

Das Bebrummlen geht jetzt nimmer, weil ich nicht gleichzeitig mit dem Kinde aus dem Haus gehen darf. DAs möchte Tarzanstochter nicht.  Is jetzt tabu. Später ist zu spät, früher fahren die Jungs nicht.

Das hab ich jetzt davon. Selbständige Tochter, einsamer Vater.

Das kann was werden, wenn sie 18 Jahre alt wird, und inne WG zieht. Obwohl. Jetzt bin ich es ja schon gewöhnt.

Überhaupt ist das ja alles nicht mehr wie früher. Zu meiner Zeit gabs überhaupt nur die eine Schule umme Ecke. Heute gibst Gastschulanträge ohne Ende, und die der Einschulung vorgelagerten Vorstellungs- und Werbetermine bei den Schulen erinnerten mich an die Wahl des Kreißsaals: bunte Vorträge, super Sprüche, ein immer währendes vergleichen, ob jene AG in dieser Schule den deutliche längeren Weg auch rechtfertigt, oder ob es nicht doch besser ist in diese private Montessori (wenn wir uns das überhaupt nur leisten würdenkönntendürften. Außerdem müssten wir ja immer Gartenmachen, oder Dachdecken oder – bewahre Gott uns alle davor – die Buchhaltung machen). Und wie hoch genau war der Anteil der Migrierten hier nun genau? Achja!

Oder besser doch im Sprengel bleiben?
Oder schnell noch umziehen!
Naja, in dieser Stadt fast ausgeschlossen, aber denken kann man es ja mal.

Und was denn die Dingeskirchens zu der einen Schule sagen, weil wir wissen, das die wen kennen, der vor einigen Jahren mal ECHT SCHLECHTE Erfahrungen gemacht hat. In genau der Schule.
Alles in allem ein Problem, mit dem man (nicht Mann. Mann nimmt die nächste gelegene Schule) sich ohne Probleme ein gutes Jahr mit rumschlagen kann. Tarzanstochter steht jetzt vor dem Wechsel in die dritte Klasse. Grund genug für befreundete Eltern, vorsorglich schon mal die Schulen zu besuchen, in die die Kinder in zwei Jahren gehen sollen. Denn im kommenden Jahr sind ja praktisch alle derartigen Veranstaltungen an nur einem einzigen Tag. Will Eltern sich also vernünftig informieren, muss man in der zweiten anfangen, um zwei, drei Schulen (also Gymnasien, dass wir uns da richtig verstehen!) vergleichen zu können. Vorausgesetzt der Direktor der jeweiligen Schule bleibt auch, und das Programm wird nicht vollständig durcheinander gewirbelt. In diesem Falle müsste das entsprechend Kind wohl vorsorglich ne Klasse wiederholen, bevor es am Ende auf die falsche Schule geht.

Ich war sogar auf ungefähr vier falschen Schulen und dort auch noch in den falschen Zweigen. Und trotzdem kann ich meine Familie ernähren. Das nenn ich Schule fürs Leben.

2 Gedanken zu „Tür zu – Kind weg: Vaterns Verblüffung!

  1. „mit dem man (nicht Mann. Mann nimmt die nächste gelegene Schule)“

    Ich habe köstlich gelacht – so typisch Mann. Zum Glück gibt es euch, um uns wieder ein bisschen Bodenhaftung mit solch pragmatischen Ansätzen zu geben.
    Nur wie wird das bei uns? Wir schauen uns vermutlich alle Schulen im Umkreis von 50 Kilometern an und brauchen Jahre für eine Entscheidung….

    Melli!!!! Wir sollten uns jetzt, sofort, und noch vor der Zeugung, schon mal die Kindergärten, Schulen und am besten Unis anschauen….

    • Unbedingt! Es gibt soviel zu bedenken. Gibts noch Hebammen? Welches Sternzeichen soll das Kind bekommen? Sind Gesetzesvorhaben in sicht, nach denen frau sich richten muss? Lieber im Sommer schwanger, wo es so heiss ist, oder im Winter, wo frau jede Menge andere Klamotten braucht? Herbstkind,das dann immer vor der Entscheidung gestellt wird, als jüngste irgendwo mit zu machen? Oder doch lieber Winterkind, das dann imemr das Ältests ist? Kein Spass sowas, Denkt schön nach. Wir haben das Elterngeld um 6 Wochen verpasst. Aber es gibt Eltern, da ging es um MINUNTEN! Das will alles wohl bedacht sein.

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