Mit 5000 St.-Pauli-Fans zur Mutter des Kindes

Das sollte Dapappap künftig alles tun:

  • Ausreichend Kohle ranschaffen. Wenn’s ist darfs auch ein bisschen mehr sein.
  • Alles Schwere rauf oder runter tragen, in den Kofferraum / aus dem Kofferraum heben
  • Abends die Partnerin entlasten und das Kleine betüteln
  • Nachts Windeln wechseln
  • Am Wochenende Windeln wechseln
  • Nicht immer mit dem Kumpels unterwegs ein. Eigentlich nie mehr.
  • Das Kleine zur Krippe bringen und pünktlich wieder abholen.

Und vor allem:
Stets betonen, wie schwer es Frau hat in der heutigen Zeit in der Mehrfachbelastung und dann noch gesellschaftlich so unterdrückt, eieiei. Das sollte nicht nur gegenüber lila Latzhosen tragenden Frauen betonten werden, sondern auch gegenüber bärtigen, duften  Männern und sonstigen Alternativen. Denn andernfalls drohen ewige Diskussion und am Ende doch das Killerargument: ‚DU hast es ja nicht zur Welt bringen müssen’, oder ‚Du kannst ja in aller Ruhe ins Büro gehen und hast sonst nix mit dem Kleinen zu tun’. Oder ‚Ein bisschen kannst DU Dich auch mal engagieren.’ Oder ‚Soll der Kleine ganz ohne Vater aufwachsen?’

Da sei erlaubt, dass auch der Vater mal drüber nachdenkt, ob er überhaupt der Vater ist. In Zeiten der biometrischen Fußball-Eintrittskarte übernimmt die kuschelige Intimität der RTL II-Talkshow heute zwar der Stadionsprecher „Gratuliere, Herr Hintermüller, zweite Reihe dritter Sitz von links, Sie sind soeben Vater eines prächtigen Jungen geworden…. oh, … Moment, ich sehe gerade anhand ihrer Eintrittskarte, dass Sie doch nicht…“ Ein gutes Erlebnis anschließend mit 5000 St.-Pauli-Fans zur eigenen Wohnung zu ziehen und die Sache eben zu klären.

Überhaupt der Mann:
Er wird ja systematisch ab der Zeugung an der er ja hoffentlich recht lustvoll und noch direkt beteiligt ist und das auch sein darf, in den sich anschließenden Jahren in eine eigenartige Rolle hineingearbeitet, die des Dapappa eben: in den neun Monaten der Schwangerschaft gilt nicht nur die erste sondern auch jede weitere Frage ihr: Wie geht’s Deiner Frau? Massierst du sie auch schön? Holst du ihr auch Nutella-Gurken? Machst du dies? Machst du jenes? Streichst du das Kinderzimmer? Ach, sie muss allein einkaufen gehen? Lädst du sie noch zu einer Reise ein?
In den Schwangerschaftskursen werden erwachsene, gestandene Männer gezwungen sich auf den Boden zu legen, Arme und Beine nach oben zu recken und zu schreien, damit sie sehen, wie Frau sich fühlt. Dann ist auch schon egal, ob die eigene Frau das fordert, gut findet, oder sie sich tatsächlich so fühlt, oder fühlen wird. Oder sie sich bereits jetzt vorstellen möchte wie es wirkt, wenn ihr Menne sich jetzt und hier und vor allen Leuten besser in die schwierige  und letzte Phase der Schwangerschaft einfühlen kann, als sie selbst können wird,  wenn es soweit ist. Fatal. Ganz fatal.

Sollte Mann, wenn Mann wieder ins Büro geht, zu Hause kurz eine typische Morgenszene aus der Arbeitsstelle nachstellen, wo Männe mal wieder so richtig der Kopf gewaschen wird, oder er antreten muss zum kollektiven „Wir müssen noch effizienter werden, sonst überrollen uns die Asiaten?“ Damit er sieht, wie gut er es hat?

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