Dein Weg zum Profi-Pappa

Profi-Pappa ist Tarzan. Ehrlich gesagt, ich weiss gar nicht ob er mit Jane ein Kerlchen gezeugt hat, oder ob sie lieber bei Cheeta geblieben sind. Auf alle Fälle gilt: Der Profi-Pappa ist ein Ideal, dem Mann sich annähern kann, es aber nicht erreicht. So.

Das liegt einfach daran, das sich Kerlchen unentwegt verändert. Hast Du dich auf das eine eingestellt, ist schon was anderes passiert, ein Schub hat die Sichtweise durcheinander gewirbelt, oder eine Erinnerung aus grauer Babyzeit rückt in den Fokus. Du weisst nie, was kommt. Aber Du weisst, dass es jedesmal anders ist, als das Mal zuvor.

Irriger Glaube ist es ja, zu meinen mit mehreren Kerlchen sei man professioneller. Das stimmt nur bedingt: Ist beim ersten Kerlchen jedes Schübchen spannend, berichtenswert und dokumentationswürdig, ist das beim Zweiten schon alles ganz normal, ja wird am ersten und dessen Leistungen gemessen. Daher geniesst der Zweite deutlich weniger Aufmerksamkeit als der erste, steht aber schon unter Leistungsdruck. Und der Dritte erst! Von mehr Kerlchen wollen wir in der vergreisenden Gesellschaft mal gar nicht reden. Dadurch verhalten sich die Zweit- und Drittgeborenen jedenfalls anders als die ersten, und Du musst Dich neu einstellen. Das hört nie auf! So kommst du dem Ideal-Pappa nahe, wirst ihn aber nie erreichen.

Es gibt jedoch höllentiefe Abgründe hin zum Laien-Pappa. Du erkennst diesen etwa daran, dass er am Kinderkarussell auf dem Jahrmarkt glaubt, er könne sein Kerlchen einfach in das Wunschfahrzeug setzen, und los gehts. Weit gefehlt!

Erste Hürde ist das Kassenhäuschen. Hier gilt es sich gegen Kerlchen UND den Verkäufer durchzusetzen, der Dir statt der zugesagten einen Runde weismachen will, dass sieben Chips zum Preis von fünfen besser sind.  Dieser Meinung ist Kerlchen auch. Nur Scheidungsväter geben nach.

Weitere Karussell-Tarzan-Erkenntnis ist, dass die Fahrzeuge (meist Feuerwehr-Auto mit Glocke) dort halten, wo sie starten. Also macht es Sinn, die erste Runde zu beobachten, und sich unauffällig, aber bestimmt dort hin zu drängeln, wo das Feuerwehr Auto hält. Dann sollte sich Kerlchen, egal wie schwer, bereits auf dem Arm befinden, so lässt es sich schneller im mit einem geübten Ausfallschritt erreichten Feuerwehr-Auto platzieren, bevor die Meute der Rennkinder das Fahrzeug erreicht hat. Blöde, wenn das Scheidungskind auf dem anvisierten Fahrersitz an der Glocke hockt, in der Hand die sechs weiteren Chips klappern lässt und andeutet, dass es nicht gedenkt auszusteigen.

Anfänger-Pappas und Karussell-Anfänger-Kinder winken bei jeder Runde frenetisch, als sähe sich die Familien zum ersten oder letzten Mal. Technisch versierte Eltern halten jeden dieser unwiederbringlichen Momente mit der Digi-Cam fest, um später die DVD „Kerlchens schönste Karusellfahrten“ zu brennen. Tarzan nutzt die wenigen Umdrehungen um kurz mit der Mutter die Restwoche zu besprechen, die Einkaufsliste durchzugehen, oder sie zu küssen, ohne dass sich was dazwischendrängt.

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