Darum geht es

Während die Frauen sich in den letzten fünfzig Jahren von der ihnen  ursprünglich evolutionstechnisch zugedachten Rolle emanzipiert haben, ist das den Männern nicht gelungen. Im Gegenteil: Wir haben uns wie das Kaninchen auf die Schlange starrend in unserer schweren Rolle festgefressen, die nun aber so gar nicht mehr in die heutige Zeit passt. Die Folge: Die Frauen erwarten Unmengen von Leistungen von uns, die wir Männer so nicht mehr bringen können.

Bei der Geburt des Kindes wird das ganz deutlich: Zwar wird uns Männern das höchste Vergnügen bei der Zeugung des Nachwuchses unterstellt, aber anschließend völliges Desinteresse bis hin zur totalen Unfähigkeit im Umgang mit der dabei erzeugten Brut.  Emanzipierte Frauen von heute erwarten von ihren Männern:

  • Dass sie den Nachwuchs zeugen (logo – künstliche Befruchtung ist zwar möglich aber nun wirklich unlustig)
  • Einen letzen (tollen!) Urlaub ohne Kind machen. Da wirds schon schwieriger: Denn in dem Moment wo die Frau weiß, dass sie schwanger ist, und die Schwiegermutter Dir als Erzeuger ausrichtet, was nun auf Dich zukommt, ist das Kind ja praktisch schon da. Ab diesem Moment bis Du irgendwie abgesagt. Themen sind nun „Wie sag ichs deiner Familie? Dem Chef?“ „Wie solls denn heißen?“  oder auch  „Na, soo soll es wirklich nicht heissen!“ , „Was wird unser Kerlchen wohl?“ und „Ist Frühförderung ab dem dritten Monat überhaupt noch sinnvoll oder schon zu spät?“Da geht gar kein „…letzter toller Urlaub genauso wie früher…“ – aber sein muss er schon. Und zwar ganz toll!
  • Die Kohle ranschaffen für die Familie, das nun nötige neue Auto (das Cabrio muss weg) sowie geschätzte 20 000 Windeln in den ersten drei Jahren (wenn es gut gehen mit dem Trockenlegen),
  • etliche Kurse für Mutter und Kind und Kind und Mutter, den ersten Urlaub im sündteuren Kinderhotel, die Ausbildungsversicherung, Führerscheinsparen, die Homöopathie-Versicherung und andere Grausamkeiten.
  • weitere Zusatzversicherungen
  • vor der Geburt keine Überstunden machen
  • rund um die Geburt sechs bis acht Wochen freinehmen
  • nach der Geburt keine Überstunden machen
  • Eigentlich überhaupt keine Überstunden machen, nie mehr.
  • Den ersten Babyurlaub und den zweiten Babyurlaub im ersten halben Jahr (Sie: „Das ist so wichtig, das erst halbe Jahr!“)
  • Tonnenweise Milch, Gläschen, Windeln, Feuchties, Mineralwasser nach Hause tragen, wenn möglich ganz nach oben.
  • Blumen selbstständig und unaufgefordert nach Hause bringen
  • Über den Gesundheitszustand des Kindes Bescheid wissen, bevor die Mutter etwas sagt
  • Über den moralischen Zustand der Mutter Bescheid wissen, bevor die Schwiegermutter etwas sagt.

Warst du soeben noch der Inhaber der VIP-Card des Playboy-Clubs, konntest 25 Bierarten am Ploppen des Kornkorkens unterscheiden, grilltest jedes Steak in der perfekten Zeit zu einem zartbraunen Feuerwerk an Geschmack auf der wirklich perfekten Glut, restauriertest an jedem Wochenende vor dem Grillen den Karmann Ghia in herrlicher Kleinarbeit, kanntest jeden Hasen in der Firma, im Salsa-Kurs und an den 18 Theken Deiner persönlichen Umgebung,  bist du nun der Sklave eines kleinen Wesens, dass noch nicht mal Deinen Namen geschweige denn „Dapppa“ brabbeln kann.

Aber Brüllen.

Das kann Kerlchen. Toll, denkst du – genau wie der Chef. Roter Kopf, Sabber am Mund und immer die Klappe offen. (Und immer muss alles sofort sein. Aber im Gegensatz zum Chef kannst du bei Kerlchen darauf warten das es sich schnell fort entwickelt und 18 Jahre alt wird, danach wird theoretisch alles gut.).

Bis dahin aber wirst du bald mit dem Fahrrad, aufgerüstet mit einen Kindersitz, oder gar den Zwillingsanhänger, behütet von einen Helm aus dem Testheft zu deinen (neuen) Freuden [kein Wunder, die alten würden Dich erst nicht erkennen, demzufolge Dich gar nicht reinlassen und – solltest Du Dich freiwillig selbst identifizieren – ja einfach nur auslachen] radlen, dort ein abgepacktes Grillwürstchen auf den mit einer rußabhaltenden Alufolie bedeckten Elektrogrill legen, mit deinen neuen Mitvätern mal so richtig ein frisches kühles perlendes Alkoholfreies zischen.

Aus dem Glas.

Prost.

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